Lipödem

Offered at our convenient location in Hamburg

Das Lipödem ist eine erbliche Erkrankung und durch symmetrische Fettansammlungen unterhalb der Taille charakterisiert. Meist sind Frauen betroffen. Hüften, Gesäß und Beine sind unproportional füllig im Vergleich zum Oberkörper. Knöchel und Füße sind hingegen ausgespart, so dass es zu einem auffälligen Kalibersprung zwischen Unterschenkeln und Füßen kommt.

Das Krankheitsbild ist oft mit wandernden Schmerzen verbunden und wird dann auch als „schmerzhafte Lipodystrophie“ bezeichnet. Unregelmäßig geschwollene Beine und eine Tendenz zu blauen Flecken kommen ebenfalls häufig vor.

Lipödem in Hamburg

Das Lipödem kann Patienten aller Gewichtsklassen betreffen, von schlank bis stark übergewichtig. Das krankhaft veränderte Fett kann meist durch Sport und Diäten nicht abgebaut werden. Erste Zeichen der Krankheit prägen sich oft schon während der Pubertät aus und verstärken sich dann meist während oder nach einer Schwangerschaft, sowie in der Menopause.

Die Krankheit ist weit verbreitet und hat eine erhebliche negative Wirkung auf die Psyche, da Betroffene oft als fettleibig, faul und inaktiv stigmatisiert werden.

Dies ist umso schlimmer, da bei vielen Patienten die korrekte Diagnose nicht gestellt wird und sie abgewiesen werden, wenn sie ärztlichen Rat suchen.

Klassifikation des Lipödems

Es gibt fünf klinische Typen des Lipödems:

  • Typ 1: Vermehrtes Fettgewebe an Gesäß und Oberschenkeln
  • Typ 2: Das krankhaft veränderte Fettgewebe erstreckt sich bis zu den Knien und bildet Schwellungen an den Innenseiten der Knie
  • Typ 3: Das Lipödem erstreckt sich von den Hüften bis zu den Knöcheln
  • Typ 4: Das Lipödem betrifft Arme und Beine
  • Typ 5: Lipolymphödem

Klinische Stadien des Lipödems

Das Fortschreiten des Lipödems kann anhand der Hautbeschaffenheit und Größe der Fettansammlungen in drei Stadien unterteilt werden:

  • Stadium 1: Die Hautbeschaffenheit ist unauffällig und das subkutane Fett hat eine weiche Beschaffenheit, aber viele kleine Fettknötchen können unter der Haut ertastet werden.
  • Stadium 2: Die Hautoberfläche wird unregelmäßig und härter. Unter der Haut werden die Fettknötchen größer.
  • Stadium 3: Die subkutan gelegenen Fettknötchen werden größer und bilden ein zerklüftetes Hautrelief, das zur sogenannten Orangenhaut (“Peau d’orange”) führt. Die Fettpolster erheben sich über das normale Hautniveau, insbesondere an den Knien und Oberschenkeln kommt es zu Vorwölbungen, die die Mobilität behindern können.

Behandlung

Die nicht-operative Therapie umfasst Lymphdrainage, Physiotherapie, Kompressionstherapie und sorgfältige Hautpflege. So kann der Schmerz gemindert werden und gemäß aktueller klinischer Studien bei optimaler Compliance eine Abnahme des Extremitätenumfangs von bis zu zehn Prozent erreicht werden. Die nicht-operativen Behandlungsmethoden können jedoch nicht die hinderlichen Fettpolster reduzieren oder ganz verschwinden lassen. Eine spezialisierte Fettabsaugung an den Beinen ist der Goldstandard der operativen Therapie und kann zu einer deutlichen Verbesserung der Gesamtsituation führen.

Die Liposuktion kann das überschüssige Fett eliminieren und das harmonische Gleichgewicht zwischen Ober- und Unterkörper wieder herstellen.

Auch die Beweglichkeit kann deutlich verbessert werden, insbesondere bei adipösen Patienten. Neueste Studien zeigen, dass Kompressionstherapie und Lymphdrainage nach einer erfolgreichen Liposuktion gestoppt oder zumindest erheblich reduziert werden können.

Extreme Adipositas oder insuffiziente Venen müssen vor einer therapeutischen Fettabsaugung abgeklärt und ggf. therapiert werden. Liegt neben dem Lipödem auch ein Lymphödem vor, so müssen in Addition zu der Fettabsaugung ggf. noch weitere lymphchirurgische Behandlungsoptionen in Erwägung gezogen werden.